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Bilder: Axel Schmies

Der Blick streift die Wolken, die tiefgrau über der Landschaft hängen. Hier braut sich etwas zusammen, aber was soll’s. Knutstorp wartet und was kann uns ein bisschen Regen schon anhaben.

Und immer wieder Knutstorp.

Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur unpassende Kleidung, müssen sich oft diejenigen schelten lassen, die über das Wetter meckern. Wetter? Von etwas wie Wetter ist die Gegend rund um den Knutstorpring in diesem Jahr weit entfernt. Es ist einfach nur nass und kalt und ungemütlich, wobei diese Beschreibung noch sehr wohlwollend ist.

Die Teilnehmer dieser PCD-Veranstaltung lassen sich von Nebensächlichkeiten wie Dauerregen zum Glück nicht schrecken und so sind in diesem Jahr fast fünfzig Fahrzeuge am Start. Das Fahrerbriefing ist für neun Uhr angesetzt, doch bereits um halb acht treffen die ersten Wagen ein. Die meisten Sportler sind bereits am Vortag angereist, doch auch die Clubfreunde, die mit der Nachtfähre übergesetzt haben, sind überpünktlich. Während Sportleiter Dirk Dressler und sein Vorstandskollege Vitus Harder letzte Vorbereitungen treffen, füllt sich der Aufenthaltsraum zusehends. Wer erst kurz vor neun kommt, muss seinen Kaffee im Stehen trinken. Ein Blick in die Runde trifft altbekannte Gesichter: Jochen Batzler und seine Freunde vom Club Heilbronn-Hohenlohe sind gekommen, Manfred Pfeiffer mit seinen Clubkollegen vom PC Brandenburger Tor. Auch die Clubs aus Mittelrhein, Kirchen-Hausen, Schwaben, Wuppertal und Saar sind vertreten, ebenso Gäste vom PC Kurpfalz und vom PCD. Dazu kommen Teilnehmer aus Dänemark und der Schweiz, die bestätigen: Knutstorp ist eben nicht irgendein Rennen – Knutstorp ist Kult. Den Wettergott lässt soviel Zulauf allerdings völlig unbeeindruckt. Wie aus Eimern ergießt sich der Regen auf die Strecke und bringt Fahrer und Fahrzeuge an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Der eine oder andere mutet sich zwar etwas viel zu und macht kurz Bekanntschaft mit dem Streckenteil neben der Piste, doch für den Rennarzt gibt es den ganzen Tag lang nichts zu tun. Dafür sind die Helfer an der Strecke gefragt. Ständig lösen sich die Startnummern von den nassen Fahrzeugen, müssen neu geklebt werden. Doch die Fahrer nehmen das Wetter, das diesen Namen nicht verdient, mit Humor. Nach dem ersten Wertungslauf sorgt deftiger Eintopf aus den Suppenkellen von Gabi Pietsch und Anke Bracht für zufriedene Gesichter, auch bei den schwedischen Streckenposten, die zwar inzwischen vollkommen durchnässt sind, nach der Mittagspause aber tapfer wieder ihre Plätze einnehmen.

Der zweite Teil der Gleichmäßigkeitsprüfung zieht sich, der Regen wird immer stärker. Die Sportler passen sich notgedrungen den widrigen Bedingungen an und es kommt zu keinen weiteren Ausfällen. So haben die beiden Mechaniker, die das PZ Hamburg samt Servicefahrzeug mitgeschickt hat, genügend Freizeit und können sich mit dem einen oder anderen Kaffee aufwärmen. Kurz vor fünf am Nachmittag ist dann auch der letzte Fahrer von der Strecke und PCD-Sportleiter Michael Haas kann die Siegerehrung vornehmen. Wie in den beiden Jahren zuvor fehlen ein paar Pokale, was von den Teilnehmern amüsiert zur Kenntnis genommen wird. Nicht ganz so belustigt hingegen reagieren die Teilnehmer, als Pokale getauscht oder zurückgegeben werden müssen und es ist der Souveränität von Michael Haas zu verdanken, dass keine Missstimmung aufkommt. Doch das Problem ist hausgemacht, wie Manfred Pfeiffer den Sportleiter unterstützt. Er richtet einen deutlichen Appell an alle Teilnehmer, künftig vollständig und korrekt ausgefüllte Meldeunterlagen abzugeben, damit Situationen wie diese vermieden werden können. Recht hat er.

Denjenigen, die gewonnen haben, ist die Freude deutlich anzusehen. Für die Statistik: Klassensieger in diesem Jahr sind für den 1. Wertungslauf Walter Heider (Kl.1), Stephan Lakaschus (Kl.2), Jürgen Marschlich (Kl.3) und Henning Wedemeyer (Kl.4).

Den zweiten Lauf können Tim Waldbüsser (Kl.1), René Lorenz (Kl.2), Dieter Schütze (Kl.3) und nochmals Henning Wedemeyer (Kl.4) für sich entscheiden.

Bei den Damen räumt Anke Lawenstein vom PC Mittelrhein mit drei Trophäen ordentlich ab und der Gesamtsieg bei den Herren geht an Jürgen Marschlich vom PC Schwaben mit 0,00 Sek. Abweichung. Das soll mal jemand nachmachen.

Ob mit oder ohne oder mit getauschtem Pokal – das gemeinsame Abendessen mit anschließendem Fachsimpeln gehört ebenso zu Knutstorp wie der Regen. Als die letzten Gäste am Sonntagmorgen das Hotel verlassen, legt der Wettergott noch einen oben drauf: Sturm über Südschweden, Orkanböen, das volle Programm. Macht nichts, sagen die, die nachmittags auf der Fähre Richtung Puttgarden vom Wellengang durch geschaukelt werden, das ist eben so. Der eine oder andere guckt dabei angestrengt auf die Tischplatte, gegessen wird heute an Bord auch nichts.

Doch bis zum nächsten Jahr ist alles vergessen, auch das Sauwetter. An Knutstorp führt eben kein Weg vorbei.

Zum Glück.

Text: Anke Bracht